MAP in der Praxis

Syrische Textilarbeiter*innen in der Türkei können durch das Worker Support Center und den Beschwerdemechanismus der türkischen Nichtregierungsorganisation MUDEM-Refugee Support Center (MUDEM-RSC) weiterhin auf Missstände an ihrem Arbeitsplatz aufmerksam machen.

Die Weiterführung des Beschwerdemechanismus Worker Support Center (WSC) ist durch eine Förderung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) für die nächsten anderthalb Jahre möglich. Dies geht auf die Initiative der Unternehmen OrsayPrimark und C&A zurück, die den Beschwerdemechanismus in der Vergangenheit nutzten und erhalten wollten. Daher wendeten sie sich an das Textilbündnis, nachdem die finanzielle Unterstützung der Laudes Foundation ausgelaufen war.

In der Türkei sind schätzungsweise 500.000 bis 1.000.000 syrische Geflüchtete im informellen Sektor beschäftigt. Diese Menschen sind sehr anfällig für soziale Risiken wie Missbrauch, Diskriminierung oder unmenschliche Arbeitsbedingungen. MUDEM-RSC gründete in Reaktion darauf im Jahr 2018 das WSC.

Arbeiter*innen im Textilsektor können über eine Website rechtliche und soziale Probleme sowie Missstände am Arbeitsplatz melden. Mitarbeiter*innen von MUDEM-RSC greifen die Anliegen der Arbeiter*innen auf, kontaktieren diese und versuchen, gemeinsam Lösungen zu finden. MUDEM-RSC kooperiert auch direkt mit einigen Unternehmen und Zulieferbetrieben, mit denen Verbesserungs- und Abhilfepläne erstellt werden. Rund 1.000 Fabriken mit ungefähr 200.000 Arbeiter*innen sind in das Programm eingebunden.

Dem Textilbündnis sind solche Kooperationen zwischen großen Unternehmen und lokalen Organisationen sehr wichtig. Diese ermöglichen es, auf lokale Herausforderungen, die lokale Organisationen gut kennen, unmittelbar einzugehen und kulturelle oder sprachliche Barrieren stellen eine weniger große Herausforderung dar. Regelmäßig werden zwischen Partnern auch Best-Practices und Herausforderungen ausgetauscht und weitere Aktivitäten auch mit MUDEM-RSC geplant, wie Trainings für Arbeiter*innen zu ihren Rechten. 

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