MAP in der Praxis

Das Bündnis für nachhaltige Textilien beschäftigt sich mit nachhaltigen Verbesserungen im Textilsektor. Um neue Herausforderungen für die Branche besser zu bewältigen, hat sich das Textilbündnis neu aufgestellt.

Im Textilsektor hat sich in den letzten Jahren viel getan: Das neue Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) in Deutschland, verschiedene EU-Prozesse und ein immer größerer Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit und Transparenz. Um auf diese Veränderungen effektiv reagieren zu können, hat sich das Textilbündnis im letzten Jahr umstrukturiert. Die Mitglieder der MAP aus der Zivilgesellschaft kommentieren die Veränderungen im Textilbündnis jetzt aus ihrer Sicht in einem Bilanzpapier: 

Die zivilgesellschaftlichen Akteur*innen zeigen Verständnis dafür, dass Unternehmen, die unter das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz fallen, nicht mehr verpflichtend an der Berichterstattung im Reviewformat des Textilbündnisses teilnehmen müssen. Gleichzeitig sehen sie dieses Reviewformat im Vergleich zu den gesetzlichen Vorgaben als umfassender und anspruchsvoller an.    

Die gesteigerte Transparenz, die durch die verpflichtende, öffentliche Meldung von Lieferant*innen der Unternehmen erreicht werden soll, wird positiv hervorgehoben. Darüber hinaus wäre es für die Zivilgesellschaft wünschenswert gewesen, auch eine direkte Zuordnung von Unternehmen und Lieferant*innen zu ermöglichen. 

Die Akteur*innen der Zivilgesellschaft bedauern, dass zu den vier identifizierten Fokusthemen (Existenzsichernde Löhne und Einkaufspraktiken, Geschlechtergerechtigkeit, Kreislaufwirtschaft und Klima, Beschwerdemechanismen und Abhilfe) bislang noch keine Indikatoren festgelegt werden konnten und befürchten ein niedriges Ambitionsniveau der Unternehmen. Das Wegfallen anderer Themen, wie zum Beispiel Zwangsarbeit und Korruption, wird ebenfalls kritisch betrachtet. Die Neuerung, dass sich Unternehmen nun verpflichten, sich in Produktionsländern in Projekten zu den Fokusthemen zu engagieren, wird als Chance gesehen. 

Insgesamt ziehen die zivilgesellschaftlichen Akteur*innen ein gemischtes Fazit zur Umstrukturierung des Textilbündnisses. Auf der einen Seite wird die zunehmende Transparenz positiv hervorgehoben. Gleichzeitig wird kritisiert, dass es zu wenig Möglichkeiten gibt, die eigenen Fortschritte zu messen. Es wird betont, dass die Zukunft des Textilbündnisses auch entscheidend vom politischen Willen der Bundesregierung abhängig ist und es eine Kooperation aller Teilnehmer*innen der MAP benötigt.  

Das vollständige Bilanzpapier können Sie hier lesen.

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