MAP in der Praxis

Die Fälschung medizinischer Produkte sorgt für tausende Todesfälle, die vermeidbar sind. Die MAP Gavi und der Globale Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria haben im Rahmen eines zweijährigen Projekts gemeinsam mit staatlichen Behörden, Hersteller*innen medizinischer Produkte, Unternehmen und weiteren Partnern ein System entwickelt, das es erleichtert, diese Produkte zu identifizieren.

Die Fälschung medizinischer Produkte, gerade in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen im afrikanischen Raum, stellt eine größer werdende Gefahr dar. So haben beispielsweise gefälschte Medikamente bis zu 169.000 Todesfälle bei Kindern unter 5 Jahren, die an einer Lungenentzündung litten, und bis zu 116.000 Todesfälle bei der Behandlung von Malaria verursacht. Die COVID-19 Pandemie hat die Verbreitung gefälschter und minderwertiger Impfstoffe und damit zusammenhängender Produkte zudem zusätzlich erhöht.

Damit sich das Vertrauen in die medizinischen Mittel und die Gesundheitssysteme nicht verringert, ist die Identifizierung dieser gefälschten Medizinprodukte von enormer Bedeutung. Die MAP Gavi und der Globale Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria haben deshalb gemeinsam mit UNICEF, der Bill & Melinda Gates Foundation, USAID, staatlichen Behörden aus Nigeria und Rwanda, Vital Wave and der Weltbank das „Traceability and Verification System (TRVST)“ entwickeln. Dieses System stellt das Resultat eines zweijährigen Projektes dar, in dem staatliche und privatwirtschaftliche Akteur*innen, sowie Hersteller*innen von Impfstoffen und weitere Entwicklungspartner bereichsübergreifend zusammengearbeitet haben.

Das System ermöglicht es Nutzer*innen wie etwa Mitarbeiter*innen des Gesundheitswesens oder Aufsichtsbehörden mittels einer App medizinische Produkte zu scannen und ihre Echtheit in Echtzeit zu überprüfen. Jede verdächtige Aktivität löst eine Warnung aus, die an die jeweiligen Hersteller*innen und Regulierungsbehörden gesendet wird. Laut Thabani Maphosa, Managing Director bei Gavi, wird die TRVST-Initiative so helfen, die Versorgungsplanung zu verbessern und sichere sowie wirksame Impfstoffe und andere Gesundheitsprodukte bereitzustellen. Aktuell ist das System bereits in Nigeria und Rwanda verfügbar. Weitere Staaten, die der Initiative beitreten, werden aktuell identifiziert. 

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